Indigene Projektionen

Die Fotos zeigen Einblicke in die ersten 2 Tage des INDIANER INUIT Nordamerika-Filmfestival, das vom 19.-22.1.2012 in Stuttgart stattfand. Das Festival ist das Einzige dieser Art in Europa.

Präsentiert wurden 50 aktuelle Filme zum Thema „Between Tradition and Multimedia Life“ im Robert-Bosch-Saal an der VHS. 12 geladene Gäste – Regisseure, Produzenten, Drehbuchautoren und Protagonisten – gaben Auskunft über Themen, mit denen sich die indigenen Bewohner Nordamerikas beschäftigen.

Auf den Fotos sind u.a. zu sehen:

Dennis Banks
Mitbegründer und einer der Anführer der Widerstandsorganisation American Indian Movement (AIM). Er führte u.a. die Protestbewegung im Pine-Ridge-Reservat in South Dakota 1973 an, gegen dessen korrupten Vorstand Dick Wilson und der 71 Tage dauernden Besetzung von Wounded Knee im selben Jahr. 1969–1971 nahm er an der Besetzung von Alcatraz teil und 1972 beteiligte er sich an der Organisation des Trail of Broken Treaties, der mit der Besetzung des Bureau of Indian Affairs endete. Banks spielte in dem Film “Thunderheart” (1992, “Halbblut”) sich selbst. Dennis Banks ist Anishinabe-Indianer.

Radmilla Cody
Eine Navajo-Indianerin vom Tla’a’schi’i’(Red-Orche-on-Cheek) Klan. Radmilla ist die 46ste Miss Navajo Nation von 1997-98. Sie wurde in den Ebenen der Navajos geboren und wuchs dort auf. Radmilla Cody ist Sängerin, Model, Menschenrechtsaktivistin und Unicef-Repräsentantin und lebt in Arizona, USA.

Angela Webb
Eine unabhängige Filmemacherin aus Los Angeles. Sie stammt aus Washington DC und wuchs in Atlanta, Georgia, auf. Seit ihrer Studienjahre, in denen sie quer durch Europa, Afrika, Asien und Südamerika reiste, interessiert sie sich für Dokumentarfilme. Ihr erster Dokumentarfilm ist ein Porträt von Radmilla Cody, die sie über 10 Jahre lang begleitete. „Hearing Radmilla“ erzählt von der umstrittenen Amtszeit als Miss Navajo, ihrer Karriere als Sängerin, ihren Drogengeschäften (zu denen sie gezwungen wurde), ihren Misshandlungen und den juristischen Folgen.

Die Filmemacherin Nanna Dalunde aus Stockholm
Sie zeigte in dem Experimentalfilm, Apache Chronicle (Schweden/USA 2011), ein Porträt über das Leben und die Kunst von fünf indigenen Frauen, die neben dem Skateboarden und der Graffiti-Kunst ihre indigenen Traditionen pflegen.

Tom Jackson
Sohn einer Cree-Indianerin und eines Anglokanadiers im One Arrow-Reservat in Saskatchewan geboren. Er verließ die Schule mit 15 und lebte mehrere Jahre auf der Straße. Heute arbeitet er als Schauspieler und Seriendarsteller z.B. in der Fernsehserie „Die Mounties von Lynx River“ / North of 60). Außerdem ist Tom Jackson ein bekannter Sänger und auch für seine humanitäre Arbeit bekannt. Tom Jackson lebt in Calgary.

Lynn Salt (Chocktaw)
Sie arbeitet seit 1978 in der Filmbranche, produziert, führt Regie und schreibt Drehbücher. Zusammen mit ihrem Mann David Mueller produzierten sie den Film „A Good Day to Die“,  und sie war Ko-Produzentin und Ko-Regisseurin den Film “Beautiful Wave“.

Die Filmemacherin Ece Soydam aus Ankara
Sie zeigte den Dokumentarfilm “On the Trail of Sitting Bull” (Türkei 2011), über die gegenwärtige Lebensrealität der Lakota Sioux mit all ihren Höhen und Tiefen.

Gunter Lange
Der künstlerische Leiter des Festivals

www.nordamerika-filmfestival.com
INDIANER INUIT: DAS NORDAMERIKA FILMFESTIVAL